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Obstbäume als Hochstämme besitzen die gleichen Eigenschaften
wie Obstbäume als Halbstämme.
Die Unterschiede zwischen den beiden Stammformen besteht in ihrer Stammhöhe und
somit auch im Pflanzabstand.
Hochstammobst ist ideal für den Einsatz in
Streuobstwiesen
mit Pferde oder sonstiger Tierhaltung, an Landstraßen, Feldwegen oder größere
Gärten geeignet.
Pflanztip für die Streuobstwiese:
Bei Hochstammobstbäume sollten zum Schutz gegen Tierfraß in den ersten
Standjahren Stammschutzhüllen verwendet werden.
Freie Stammhöhe bei Obstveredelungen als Hochstammobstbäume: 1,8 m (180 cm zzgl. Kronenbeastung)
Pflanzabstände bei Obstbäume als Hochstamm: ca. 8 m
oder ca. 25 m² freie Pflanzfläche.
Ein mindestens 250 cm hoher Pflanzpfahl
(oder auch mehrere als Zwei- oder Dreibock-Konstruktion) wird empfohlen.
Zu erwartende Lebensdauer: Ein Obstbaum
als Hochstamm kann
je nach Standort und Pflege
bis zu 100 Jahre alt werden.
Pflanztip:
Damit
Hochstammbäume nicht schief anwachsen können, sollten je nach Windanfälligkeit
des Standortes für die Baumpflanzung 1 bis 3 Baumpfähle (beispielsweise als
Zwei- oder Dreibock-Konstruktion) verwendet werden.
Bei der
Dreibock-Konstruktion werden 3 Baumpfähle oben zur Verstärkung mit
Dachlatten verbunden und der Obstbaum über Kreuz mit Kokosstrick jeweils an
den Holzpfählen angebunden.
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Spalierbaum ist die Bezeichnung für in Form
geschnittene und längere Jahre an Formgestellen gezogene Obstbäume.
Die vertikale, bzw. horizontale Zweigstellung wird durch das Anbinden der Bäume
an freistehende Formgestelle oder Hausfassaden erzwungen.
Ein fachmännischer und regelmässiger Formschnitt ist bei der
Spalierbaumerziehung Bedingung.
Die Eigenschaften beim Spalierbaum als Obstbusch sind mit den Spindel-
oder Buschbäumen gleichzusetzen.
Der schwachwüchsige Spindelbusch ist für die
Anzucht von Spalierobstbäume am besten
geeignet.
Die Verwendung von Spalierbäume richtet sich
vorallem an Kleingartenbesitzer für die Anflanzung von platzsparenden
Obsthecken.
In den Obstbaumschulen werden bevorzugt Apfel,
Birne, Kirsche, Pflaume und Zwetschge als Obstbaumspaliere für den Verkauf
produziert.
Für Obstbäume als Formspaliere werden in der
Regel folgende Wildlingsunterlagen, bzw. Veredlungsunterlagen
verwendet:
- M 9 für starkwachsende Apfelsorten
oder M 26 für schwachwachsende Apfelsorten
- Quitte A für starkwachsende oder
schwachwachsende Birnensorten
- Colt, Weiroot 158, Gisela 5 für
Kirschbäume als schwachwachsende Spindelbäume oder Spalierobst
- St. Julien A für starkwachsende oder
schwachwachsende Pflaumensorten oder Zwetschensorten
Eigenschaften von Spalierobst als Obstpflanzen:
Diese Baumform kann bis zu 3,5 m hoch werden (je nach Schnittverhalten !)
Der Pflanzabstand zwischen anderen Obstgehölzen als
Spalierbäume sollte ca. 3 bis 4 Meter
betragen, außer man beabsichtigt eine Obsthecke anzulegen.
Bei der Anlage von Obstbaumhecken
kann ein engerer Pflanzabstand gewählt werden.
Spalierbäume zeichnen sich durch hohe Erträge (erstmals im 2. Standjahr) und
ihrer platzsparenden sowie pflegeleichten Wuchsform aus.
Die Genuß- und Reifezeit der Obstspalierbäume ist mit anderen Obstbäumen in verschiedenen
Obstsorten zu vergleichen.
Zu erwartende Lebensdauer: Ein
Spalierobstbaum kann
je nach Standort und Pflege
ein Alter von 30 bis 40 Jahre erreichen.
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Obstbaumsorten
können nur durch Veredelung vermehrt
werden, da die unterschiedlichen Eigenschaften der vielen Edel-Obstsorten
und Auslesen nicht über Aussaaten (Generative Vermehrung über Samen)
weitervererbt werden können.
Die Vermehrung von alten Obstsorten kann
auch nicht mit Stecklingen oder bewurzelte Steckhölzer erfolgen.
Einzig deren Wildform (Veredelungsunterlage) können über Samen oder
Wurzelabrisse vermehrt werden.
Für die verschiedenen Obstarten der Äpfel, Birnen, Kirschen, Pflaumen,
Zwetschen u. a. stehen je nach gewünschter Stammform Veredelungsunterlagen
zur Verfügung, die verschiedene Wuchsstärken und Eigenschaften aufweisen.
Die richtige Abstimmung der Obstsorte auf der zu veredelnden Unterlage ist
sinnvoll für die Auswahl des Standortes, der Wuchsgrösse, der zu erwarteten
Erträge und des Alters der Bäume.
Um die unterschiedlichen
Wuchseigenschaften eines Obstwildlings (Obstunterlage) nutzen zu können, ist die
Wahl der Veredelungsstelle wichtig.
Die folgende Abbildung zeigt die
üblichen Methoden der Obstbaumveredelungen auf, die von der später
gewünschten Stammform abhängig ist. |
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Veredlungs-Set für Obstbäume und Obstgehölze
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Jede Veredlungstechnik ist abhängig von der Beschaffenheit der
Veredelungsunterlage, des zu verwendeten
Edeltriebes und der Jahreszeit in dem die Obstveredelung durchgeführt wird.
In den folgenden Abbildungsbeispielen wird die sehr häufig bei kleinwüchsigen Buschobst
angewendete Okulation (= Augenveredlung)
gezeigt.
Diese Veredelungstechnik kommt
ausschließlich in den Sommermonaten von Juni bis August zum Einsatz in der
Obstbaumschule.
Mit der sog. T-Schnitt-Technik werden dabei einzelne Knospen (= Augen) aus
dem 1-jährigen Fruchtholz-Zweig einer
Edelobstsorte mit einem speziellen Veredelungsmesser herausgeschnitten und unter die Baumrinde der Unterlage eingesetzt, die im
Laufe der nächsten Vegetation mit der Unterlage verwachsen soll.
Die fertigen Okulationsstellen werden anschließend noch mit dehnbaren und
mitwachsenden Gummiverbänden (Okuletten) verschlossen und somit gegen
Austrocknung geschützt.
Ist die Veredelung mit Erfolg angewachsen und schon ca. 20-30 cm
ausgetrieben, wird die Wildlingsunterlage im nächsten Arbeitsschritt ca. 5 cm
oberhalb der Veredlungsstelle abgeschnitten und der Edeltrieb durch Anstäben
zu einem richtigen Obstbaum gezüchtet.
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Das typische Veredelungsmesser für die Okulation 
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Die richtige Wahl der
Obstbaumunterlage
ist von entscheidender Bedeutung bei der Obstbaumzüchtung,
um die Standfestigkeit, Frosthärte, Krankheitsresistenz und letztendlich
auch die
Qualität und Quantität der Obstgehölze auf ihren Ertrag bestens abzustimmen.
In den zwei folgenden Abbildungen werden die zwei Veredelungstechniken Kopulation und Geissfuß
gezeigt, die fast ausschließlich in den Wintermonaten an halbstämmige oder
hochstämmige Obstbäume als Kopfveredelungen (= Pfropfung) zum Einsatz
kommen.
Sind Edelreis und Obstunterlage von gleicher Stärke, wird die einfache
Kopulation angewendet.
Hierbei werden beide Gegenstücke mit einem sauberen Schrägschnitt
vorbereitet und die Wundflächen passend aufeinandergelegt.
Sollte das Edelreis aber wesentlich kleiner als die Wildunterlage sein, wird
die Geissfußtechnik angewendet.
Hierbei erfolgt das Aufpfropfen auf die Obstbaumunterlage mit einem keilförmig geschnittenen
Edelreis.
Das Edelreis wird anschließend in eine entsprechend gleichgeschnittene Kerbe
hinter die Rinde bis in das Holz der Unterlage eingeschoben und sicher
fixiert.
Für die Geissfuß- und auch Kopulationstechnik
werden ebenfalls nur einjährige und gut ausgereifte Edelreiser verwendet.
Jedes zu veredelnde Edelreis sollte mindestens 3 und maximal 5 Trieb-Knopsen
(Augen) aufweisen.
Der Grund liegt darin, das es
während der Anwachsphase vorkommen kann, das die oberen 1 oder 2 Augen
eintrocknen können und gar nicht erst austreiben.
Mehrere vorhandene Augen geben
somit etwas mehr Sicherheit für eine erfolgreiche Baumveredelung.
Alle fertigen Veredlungsstellen werden anschließend mit Bast umwickelt,
damit Unterlagen und Edelreiser sauber zusammenwachsen können.
Bei der Okulationstechnik kommen allerdings heutzutage nur noch dehnbare und
mitwachsende Gummiverbände (Okuletten) zum Einsatz, um die
Obstsorten-Veredelungen zu schützen.
Um Austrocknungen zu vermeiden und die Kallusbildung rund um die
Schnittstellen zu fördern, werden alle
noch offenen Baumwunden mit Flüssigwachs, Baumharz oder Lackbalsam versiegelt.
Folgend können Sie entsprechende Angebote und Pflegemittel für die
Baum-Wundbehandlung bestellen.
Nach erfolgreichem Anwachsen der Veredelungen
werden vorhandene Plastik- oder Bastverbände aufgeschnitten oder ganz
entfernt, damit diese später nicht in das Holz einwachsen oder das weitere
Wachstum durch Einschnüren behindern können.
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Das typische Veredelungsmesser (Hippe) für die Kopulation 
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Um einen Obstbaum gesund zu erhalten und regelmäßig eine reiche Obsternte
erwarten zu können, ist ein fachmännischer Obstbaumschnitt jährlich zu empfehlen.
Videos in Bild und Ton können als
praktische Gartenhelfer darüber schnell, einfach und verständlich
informieren.
Über die folgende Anleitung kann man so manchen professionellen Tipp über das Obstbäume
schneiden besser begreifen und die richtige Schnitttechnik im
eigenen Garten leichter in die Praxis umsetzen.
Wie Sie beispielsweise einen
alten Apfelbaum richtig schneiden können, erfahren Sie jetzt in Bild
und Ton.
Schauen Sie sich danach auch die praktische Pflanzanleitung zum
Obstbäume pflanzen als Gartenvideo an.
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